Methodik

Alle Werte auf NaturalMindful.Life sind Erfahrungswerte aus 30 Jahren Messung. Sie sagen, wie es im Mittel war, nicht wie das Wetter heuer wird. Eine Wettervorhersage ersetzen sie nicht.

Woher die Werte kommen

Grundlage sind die Tageswerte der Wetterstationen von GeoSphere Austria. Für Gemeinden nahe der Grenze rechnen auch Stationen des Deutschen Wetterdienstes und von MeteoSchweiz mit. Bezugszeitraum ist 1991 bis 2020, für den Vergleich beim Klimawandel kommt 1961 bis 1990 dazu.

Eine Station zählt nur, wenn sie im Bezugszeitraum mindestens 20 vollständige Jahre hat. Vollständig heißt: höchstens 5 % der Tage fehlen.

Frost

Als Frost gilt ein Tag, an dem die Luft in 2 m Höhe auf 0,0 °C oder darunter abkühlt. Der letzte Frost im Frühjahr ist der letzte solche Tag bis zum 30. Juni, der erste Frost im Herbst der erste ab dem 1. Juli.

Je Ort gibt es den mittleren Termin (Median): In der Hälfte der Jahre war der Frost bis dahin vorbei. Dazu kommt der Termin, bis zu dem er in 9 von 10 Jahren vorbei war. Wer empfindliche Pflanzen erst dann setzt, ist auf der sicheren Seite.

Am Boden kann es schon frieren, wenn die Luft in 2 m Höhe noch +2 °C hat. Diesen Bodenfrost zeigen die Zahlen nicht. Für Jungpflanzen lohnt sich ein paar Tage Abstand.

Von der Station zur Gemeinde

Gerechnet wird für den Hauptort jeder Gemeinde, also für die Ortschaft mit dem Gemeindeamt. Dort wohnen die meisten Leute und dort liegen die Gärten. Bei großen Berggemeinden würde der Mittelpunkt der Fläche die Werte um Wochen verschieben.

Die Höhe des Hauptorts kommt aus dem Geländemodell des BEV. Wie stark sich Frost und Temperatur mit der Höhe ändern, schätzt die Rechnung aus den Stationen der Umgebung selbst, ohne festen Faktor. Dafür zählen die Stationen im Umkreis von 100 km, mindestens 15.

Für die Gemeinde selbst zählen bis zu drei Stationen im Umkreis von 40 km, die näheren mit mehr Gewicht. Ihre Werte werden auf die Höhe des Hauptorts umgerechnet. Niederschlag und Sonne bleiben ohne Umrechnung. Liegt keine Station näher als 40 km, zeigt die Seite keine Frost- und Klimawerte.

Wie sicher die Werte sind

Jede Ortsseite nennt eine Sicherheitsstufe. Sie hängt an der besten Station für den letzten Frost.

  • hoch: Station höchstens 15 km entfernt und höchstens 150 m Höhenunterschied
  • mittel: höchstens 30 km und 300 m
  • gering: alles andere

Wie genau das ist

Zur Kontrolle wird jede Station einmal weggelassen und aus den übrigen geschätzt wie eine Gemeinde. Dann wird die Schätzung mit der Messung verglichen. Die Zahlen sagen, wie viele Tage die Schätzung im Mittel danebenliegt, für 1991 bis 2020 und 208 Stationen in Österreich:

SicherheitStationenLetzter FrostErster Frost
hoch885,4 Tage6,2 Tage
mittel856,1 Tage6,6 Tage
gering359,7 Tage12,6 Tage
alle2086,4 Tage7,4 Tage

Ohne Umrechnung auf die Höhe wären es beim letzten Frost 10,9 Tage. Bei einer Gemeinde kann noch die Höhe des Hauptorts etwas abweichen. 100 m Höhe machen beim letzten Frost rund 3 Tage aus. Stand der Daten: Oktober 2026.

Klimawandel am Ort

Wo die Stationen beide Zeiträume abdecken, vergleicht die Ortsseite 1961 bis 1990 mit 1991 bis 2020: wann der letzte und der erste Frost kommen und wie lang die frostfreie Zeit ist. Fehlt der ältere Zeitraum, fällt der Vergleich weg. Geschätzt wird er nicht.

Die Messreihen sind nicht bereinigt. Wurde eine Station in der Zeit versetzt, kann das einen Teil des Unterschieds ausmachen.

Klima am Ort

Temperatur, Niederschlag und Sonnenstunden je Monat sind Mittelwerte für 1991 bis 2020 aus den Tageswerten der Stationen. Für die Temperatur zählt ein Monat, wenn höchstens 3 Tage fehlen. Für Niederschlag und Sonne muss er vollständig sein, sonst wäre die Summe zu klein.

Bauernregeln

Jede Regel bekommt eine Fassung, die sich an Messwerten prüfen lässt. Beim Siebenschläfer heißt das: Ist es vom 27. Juni bis 8. Juli eher nass oder eher trocken? Bleibt es in den sieben Wochen danach so? Bei den Eisheiligen: Kommt nach dem 15. Mai noch Frost? Bei der Schafskälte: Wird es vom 4. bis 20. Juni für ein paar Tage deutlich kühler, öfter als in den Wochen danach?

Ob eine Regel mehr kann als Raten, zeigt der Vergleich mit dem Zufall. Bei 30 Jahren landet auch bloßes Raten oft zwischen 35 und 65 %. Besser oder schlechter als Zufall heißt deshalb: Der Unterschied entsteht durch Zufall in weniger als 5 % der Fälle (Binomialtest).

Für die Gemeinde zählt die nächste Station bis 40 km. Die Seite nennt sie mit Entfernung und Höhenunterschied. Zwischen Stationen wird nicht gemittelt.

Viele Lostage sind älter als die Kalenderreform von 1582. Die Eisheiligen lagen damals rund zehn Tage später im Jahr als heute. Deshalb prüft die Seite bei ihnen auch den alten Termin, den 25. Mai.

Sonne und Mond

Sonnenauf- und -untergang, Tageslänge, Mondphase und Mondzeiten rechnet der eigene Server nach den Verfahren aus Jean Meeus, “Astronomical Algorithms” (2. Auflage 1998). Daten von außen braucht es dafür nicht.

Wurzel-, Blatt-, Blüten- und Fruchttage sind Überlieferung. Eine Wirkung auf Pflanzen ist nicht belegt. Die Ortsseite zeigt zwei Lesarten nebeneinander. Nach den Tierkreiszeichen gibt es zwölf gleich große Abschnitte ab dem Frühlingspunkt. Nach den Sternbildern sind die Abschnitte ungleich groß, mit den amtlichen Grenzen der Internationalen Astronomischen Union. Der Abschnitt des Schlangenträgers zählt dabei zum Skorpion.

Frostzeit auf der Startseite

Eine Gemeinde ist in der Frostzeit, wenn heute vor ihrem mittleren letzten Frost im Frühjahr oder nach ihrem mittleren ersten Frost im Herbst liegt.

Daten und Updates

Die Daten werden einmal im Jahr im Jänner neu gerechnet. Die eigenen Auswertungen stehen unter der Lizenz CC BY 4.0. Wer sie weiterverwendet, nennt NaturalMindful.Life als Quelle. Woher die Rohdaten kommen, steht unter Quellen.